Freitag, 24. Juli 2009

Umgang mit Gefühlen

Über den Umgang mit Gefühlen herrscht allerlei Verwirrung. Das liegt schon daran, dass sehr unterschiedlich interpretiert wird, was Gefühle eigentlich sind. Die Begriffe Gefühle und Emotionen werden oft gleichbedeutend eingesetzt. Unterschiedliche Glaubenssysteme geben den Gefühlen unterschiedlich viel Stellenwert, von „agiere sie aus“ über „nur spontane Gefühle sind gute Gefühle“ bis „Gib ihnen keine Beachtung“. Nichts davon halte ich für praktizierbar und angemessen.

Gefühle werden durch (unbewusste) Gedanken erzeugt. Dies geht so blitzschnell, dass wir den „Produktionsprozess“ meist gar nicht mitbekommen. Gleichzeitig haben unsere Gefühle Auswirkungen auf unsere Gedanken. Es findet also eine Wechselwirkung statt.

Emotionen sind auf die Körperebene verdrängte sehr starke Gefühle, im Bauch angesiedelt. Oft erinnern und heutige Situationen an vergangene unangenehme Erlebnisse, an alte Traumata und wir reagieren emotional darauf. Das hat mit der jetzigen Situation meist wenig zu tun.

Das, was unbewusst wirkt, funktioniert natürlich auch bewusst. Wir können zwischen guten und schlechten Gedanken wählen und damit auch zwischen guten und schlechten Gefühlen. Was wir dafür benötigen, ist Bewusstheit, nur so können wir die Automatismen überwinden. Halte jetzt einen Moment inne und denke an etwas Schönes. Etwas, was dir Freude macht. Na, wie spürst du dies körperlich? Vielleicht kannst du ein körperliches Gefühl von Ausdehnung spüren. Wir können also gute Gefühle erschaffen. Dies gehrt auch über den Körper, über Haltung, Bewegung und Atem.

Wie kannst du mit einem unangenehmen Gefühl umgehen? Eins funktioniert nicht: Du kannst es nicht durch „Positives Denken“ wegbekommen. Denn wo soll es hin? Das ist so, also ob du im Auto unterwegs bist, eine Flasche Wasser trinkst, und wenn sie leer ist schmeißt du sie aus dem Fenster. Ist sie dann weg? Nicht wirklich.
Es wäre auch nicht klug, das Gefühl wegzudenken. Es hat eine wichtige Botschaft für dich. Es ist Bestandteil deines inneren Leitsystems und sagt dir, dass du mit dem, was du gerade denkst, sagst oder tust auf dem Holzweg bist, dass es nicht dem Erreichen deiner höchsten inneren Ziele und Werte dienst. Du kannst das Gefühl ganz einfach annehmen, es spüren. Du brauchst nicht darin aufzugehen, es nicht zu potenzieren. Höre einfach auf die Botschaft darin.
Du kannst nur loslassen, was du bereits bist anzuerkennen. Dafür brauchst du nicht in ein Drama gehen. Das Anerkennen ist ein stiller Vorgang von tiefer Präsenz. Der nächste Schritt ist das Wegnehmen der Bewertung. Nicht ein Gefühl ist schlecht, sondern unsere Bewertung. Ohne Bewertung kannst du dir erlauben, alle Gefühle zu fühlen und ihre Botschaft integrieren und etwas dabei lernen. Bleibe dabei dir selbst gegenüber wohlwollend.

Gefühle sind ein Teil unserer essenziellen Natur. Wir haben gelernt, sie zu verstecken und so fühlen wir oft nur noch wenig. Damit verlieren wir aber auch Lebensenergie. Wenn du Antriebslosigkeit, Widerwillen und Lustlosigkeit verspürst, halte inne. Welches Gefühl vermeidest du gerade? Bist du vielleicht ängstlich oder unsicher? Akzeptiere es, erlaube dir, dies zu fühlen. Erst im Zustand von Akzeptanz wird das Gefühl gehen oder sich wandeln. Wir verbinden schmerzhafte Gefühle oft mit einem Dauerzustand. Doch so ist das nicht. Gefühle sind meist von kurzer Dauer. Wenn du länger als sieben Minuten in einem Gefühl hängst, überprüfe mal deine Gedankenkonstruktionen. Wenn du gar nicht daraus kommst, entwickle ein starkes Gefühl von Dankbarkeit für alles, was jetzt in deinem Leben gut läuft. Somit veränderst du den Fokus der Aufmerksamkeit.

Du hast also Wahlfreiheit. Du kannst ein Gefühl verdrängen, ausagieren oder anerkennen.


Eine gute Übung, mit eigenen unangenehmen Gefühlen und Leidsituationen (auch anderer) umzugehen, ist die Atisha-Herzmeditation:

Erste Phase - Herzenergie fühlen
Sitze bequem mit sanfter Musik, schließe die Augen, lege eine Hand auf dein Herz. Atme sanft in dein Herz. Fühle die Energie des Herzens. Fühle noch einmal die Liebe, die du gespürt hast, als dir ein Freund wiederbegegnete, den du liebst. Erinnere dich an einen wunderschönen Sonnenuntergang oder an eine Blüte. Erinnere dich an einen schönen Moment und lass ihn dein Herz erfüllen. Bleibe in dieser Herzenergie für etwa 10 Minuten.

Zweite Phase - Leid einatmen, Seligkeit ausatmen
Bleibe sitzen und halte die Augen geschlossen. Wenn du einatmest, atme das Unglück aller Wesen dieser Welt ein - das Unglück der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft. Wenn du ausatmest, atme die ganze Freude, die du hast, aus. Die ganze Glückseligkeit, die du im Herzen hast, atme sie jetzt aus. Verströme sie ins Universum. So entsteht Mitgefühl: Trinke das Leid und verströme die Segnungen.
Beginne mit deinem eigenen Leid, gehe weiter zu Familie und Freunden, dann Nachbarn und dann der ganzen Welt. Atme für etwa 15 Minuten ruhig ein und aus.

Dritte Phase - Tanzen, Feiern
Tanze sanft, schwinge mit der Liebesenergie deines Herzens. Bewege dich, feiere. Liebe dich selbst und fühle, wie dich die Existenz liebt. Feiere etwa 10 Minuten lang. Wenn du magst, tanze zu leichter, freundlicher Musik.

Vierte Phase - Still sein, genießen
Setze dich oder lege dich hin, sei still und bewege dich möglichst nicht. Entspanne in die Leichtigkeit der Liebe. Bleibe für etwa 10 Minuten still liegen und genieße.

Freitag, 3. Juli 2009

Spirituelles Wachstum und "Rückfälle"

Kennst du dies? Du meditierst, machst deine Übungen und spirituelle Praxis, machst „alles richtig“ und auf einmal fühlst du dich frustriert, leer oder voll von innerem Widerstand, fällst in ein tiefes Loch? Du hängst fest. Was ist passiert?

Es gibt mehrere Erklärungen dafür.

Wenn wir innerlich wachsen und auf einem spirituellen Pfad sind, wächst auch ein innerer Gegenpart – der innere Kritiker, der innere Wächter oder der kritische Rationalist. Das sind Teile in uns, die alles beim alten lassen wollen, die den Verlust ihrer Kontrolle befürchten. Oft verdrängen wir diese Energien, weil wir uns mit ihnen nicht mehr identifizieren wollen. Dennoch sind sie da, wirken im Untergrund und graben „Löcher“ für uns, in die wir dann plötzlich fallen. Oder wir betrachten sie als die Stimme des Verstandes und irgendwer hat uns erzählt, der Verstand, das Ego-Selbst, müsse überwunden werden. „Drop the mind“ sagt so mancher spirituelle Lehrer. Mit Verlaub – das ist grober Unfug. Der Verstand, das Ego-Selbst ist ein Teil von uns und hat eine wichtige Funktion. Ihn zu bekämpfen kostet nur sinnlos Energie. Mach ihn dir zum Freund und weise ihn in seine Schranken, wenn es sich selbstständig machen und mit dir davon galoppieren will.

Ein anderer Punkt ist: Inneres Wachstum macht uns empfindsamer. Wenn du plötzlich „in ein Loch“ fällst, kann dies bedeuten, dass deine Wachheit, deine Awareness funktioniert. Vielleicht ist ein (unbewusster) Gedanke oder Glaubenssatz in dir, der konträr zu deiner bewusst gewählten Spiritualität ist, konträr zu deiner wahren Essenz. Dann sei dankbar, dass dein inneres Leitsystem funktioniert und dir diesen Warnhinweis gibt. Du musst nun gar nicht unbedingt herausfinden, was für ein Gedanke oder Glaubenssatz das ist. Es genügt, das Gefühl wahrzunehmen und dich auf Liebe, Freude und Spirit auszurichten. Vielleicht tust du etwas, um die Ausrichtung zu stärken: meditieren, tanzen, Yoga, Reiki, walken oder was auch immer dich auf deinem Weg voran bringt. Dankbarkeit für alles, was ist und was du schon erreicht hast, ist immer ein guter Weg. Kämpfe nicht gegen das Gefühl an, aber potenziere es auch nicht. Bleibe wach und bewusst und die Dinge werden sich schnell ändern. Manchmal ist es tatsächlich so, dass die Dunkelheit am Ende des Tunnels am größten ist. Erinnere dich daran, dass Licht immer stärker als Dunkelheit ist. Öffne dein Herz und habe Mitgefühl mit dir.

Was ist Erleuchtung? von Jeddah Mali

Immer wieder stoße ich im Netz auf spannende Seiten. Hier ist ein von mir übersetzter Text von Jeddah Mali, eine spirituelle Lehrerin aus Sussex/GB.

Jeddah Mali im Gespräch mit Kaye Lee, ein Feng-Shui-Meister, auf die Frage "Wie würdest du Erleuchtung definieren?"

Ich nehme an, eine Redewendung, die ich sehr häufig benutze, kommt der Definition von Erleuchtung am nächsten: es ist kontinuierliche bewusste Achtsamkeit (Anmerkung des Übersetzers: conscious awareness ist ohne Bedeutungsveränderung nur schwer ins Deutsche zu übersetzen). Ich liebe die Einfachheit dieser Erklärung. Du brauchst keinen langen Entwicklungsprozess, um in diesen Zustand zu kommen. Sie sagt nur sei bewusst, sei bewusst, sei bewusst, nimm einfach diesen Moment wahr. Und wenn du das in jedem Moment kannst, wird deine Bewusstheit beständig wachsen. Worüber du dir bewusst wirst, ist dein Sein, dein Seinszustand, der unendlich ist, der nicht aufsteigt, nicht fällt oder verblasst, der einfach nur IST. Wenn du dir einfach nur darüber bewusst sein kannst, was in jedem Moment IST, dann erreichst du endlose bewusste Achtsamkeit. Nun, ich weiß, es gibt da draußen Yogis, Meister und Erleuchtete, die sagen: Es ist viel mehr als das und reden über Energetik und Frequenzen, die reifende Seele und all dieses Zeug. Aber ich denke, wir sollten es nicht verkomplizieren. Ich denke, wir sollten es vereinfachen, und dann können die Menschen erkennen, dass es nicht etwas ist, was zu erreichen ist, es ist noch nicht einmal die Domäne der Spiritualität, es ist einfach nur das Sein, das Leben. Erleuchtung ist der natürliche Zustand des Seins. Wir sollten diesen Zustand entmystifizieren und genau deshalb liebe ich diese Redewendung.

Wenn nun der Verstand zu verstehen versucht, was Erleuchtung ist, dann wird er dauerhaft verwirrt sein. Er versucht, Verstehen und Erfahrung zu trennen, Erleuchtung zuerst zu verstehen und dann zu erfahren. Dies kann nicht funktionieren. Bewusste Achtsamkeit verbindet Verstehen und Erfahrung, sie erreicht Verständnis durch Erfahrung von gegenwärtiger Achtsamkeit. Wenn der Verstand versucht, Erleuchtung als Konzept zu erfassen, wie sieht dann dieses Konzept ohne die dazugehörige Erfahrung aus? Dieses Konzept, das Verstehen wollen, trennt dich von der eigentlichen Erfahrung.

Meister Lee: Ich denke, die größte Hürde, die spirituelle Sucher heute haben (und sie ist größer als früher, da wir einige ziemlich intellektuelle spirituelle Sucher haben) ist, dass sie nicht in etwas hineinspringen, bevor sie eine Vorstellung haben, wie das funktioniert. Doch die Erfahrung von Erleuchtung ist außerhalb solcher Vorstellungswelten. Ich denke, viele der mitfühlenden erleuchteten Wesen von heute und früher hatten Nahtoderfahrungen. Buckminster Fuller fällt mir da insbesondere ein und ich vermute, der Mechanismus, der sie für die Erleuchtungserfahrung geöffnet hat ist, die Notwendigkeit des Wissens aufzugeben. Hast du dazu noch etwas zu ergänzen?

Jeddah Mali:
Ich würde dazu absolut ja sagen. Und es ist nicht der Verstand der überwunden werden muss. Ich denke, viel zu viel Energie geht in die Versuche, den Verstand zu stoppen, mit ihm zu kämpfen. Du erwähntest Mitgefühl und dies kommt, wie wir wissen, vom Herzen. Wenn die Frequenz des Herzens aktiv ist und Energie durch das Herz fließt, hat dies eine enorme Kraft, den Verstand zu beruhigen. Und dies ist etwas, was du nicht wissen kannst, bevor du es erfahren hast. Es ist sogar sehr einfach, dies zu erfahren statt all der großen Mühe darin, den Verstand zu beruhigen.

Ich sage, spare dir Zeit und Mühe und öffne einfach nur dein Herz. Wenn die Schwingungsenergie des Herzens sich erhöht, übersteigt sie die des Verstandes. Der Verstand beginnt, von der Schwingung des Herzens erfüllt zu sein. Wenn dies geschieht, richten wir uns auf. Wir kreieren eine Ausrichtung, wodurch die höheren Schwingungen Zugang zum Verstand haben. Wir haben höhere Gedanken, mehr mitfühlende und liebende Gedanken.

Und das Gefühl der Trennung, Gedanken, die in Trennung verwurzelt sind - Urteile, Kritik, Suche nach Definition, Identität und intellektuelle Konzepte - diese Schwingungen und Gedanken, die nach Trennung suchen werden durch die Kräfte des Herzens angehoben in eine Art Vereinigung. Wenn dies geschieht, ist der Verstand kein Agent der Trennung mehr. Er kann in Übereinstimmung mit unserem Sein handeln und der Verbundenheit dienen. Dies ist ein wundervoller Moment und von da an ändert sich alles. Dies ist das Tor zur ständigen bewussten Achtsamkeit und mit Sicherheit ist das Herz der Schlüssel unsere Bewusstheit reifen zu lassen.

Über Erleuchtung

In spirituellen Kreisen ist häufig von Erleuchtung dir Rede. Auch nehmen viele spirituelle Meister und Lehrer diesen Begriff in den Mund. Oft bleibt unklar, was eigentlich damit gemeint ist. Bevor du weiterliest, halte bitte kurz inne und frage dich, was Erleuchtung für DICH ist.

Vielleicht hast du in einem Workshop, in einer Meditation eine Gipfelerfahrung gemacht und gedacht „Oh, nun ist es so weit – ich habe es geschafft.“ Und vielleicht hielt dieses Gefühl auch ein paar Tage an. Und dann?

Viele Sucher haben die Vorstellung, Erleuchtung sei so eine Art spiritueller Dauerorgasmus. Und da sie dieses Gefühl nicht dauerhaft halten können, springen sie dann von einem Erleuchtungserlebnis, von einem intensiven Event zum nächsten. Mann nennt sie auch „Gruppenjunkies“. Ein ganzes Holy-Business lebt davon. Um nicht missverstanden zu werden: Intensive Gruppenprozesse und meditative Erfahrungen können dich ein schönes Stück voranbringen. Doch kein Intensivprozess, keine Methode und kein spiritueller Lehrer auf dieser Welt kann dir die „Erleuchtung“ bringen (daher sei vorsichtig mit denen, die dir das versprechen). Sie können dich unterstützen, doch den Schalter musst DU umlegen. Der Schalter ist die Intention und die Bewusstheit, die du in jedem Augenblick hast.

Erleuchtung hat auch nichts damit zu tun, den Verstand oder das „Ego-Selbst“ zu überwinden. „Drop the mind“ wie manche spirituellen Lehrer und Richtungen sagen. Der Verstand, das Ego kann nicht überwunden werden, er ist ein Teil von dir. Es wäre auch nicht sehr klug dies zu tun, du brauchst ihn in dieser Welt.

Erleuchtung ist für mich ein Zustand von Wachheit und Klarheit, ein völliges präsent sein im Hier und Jetzt. Das heißt nicht, keine „negativen“ Gedanken und Gefühle mehr zu haben, denn diese haben uns oft etwas wichtiges zu sagen. Es bedeutet, sich nicht mit ihnen zu identifizieren, nicht in ihnen aufzugehen und sie zu potenzieren. Es bedeutet einfach, sie wahr- und anzunehmen, ihre Botschaft zu verstehen und sie dann wieder ziehen zu lassen.

Dieses „präsent sein“ ist eine echte Herausforderung. Häufig sind wir mit unseren Gedanken ganz woanders unterwegs. Wir nutzen die mentalen Datenbanken der Vergangenheit um uns Sorgen um die Zukunft zu machen. Doch beides IST nicht. Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft noch nicht da. Sie wird auch nie da sein, da wir IMMER jetzt haben. Und so vermeiden wir die Schönheit des Augenblicks.

Samstag, 13. Juni 2009

Wie viele bin ich eigentlich? Integration unserer Teilpersönlichkeiten durch Voice-Dialogue

Stell dir vor, du bist im Auto unterwegs und lässt einen anderen Verkehrsteilnehmer freundlicherweise aus der Parklücke ausscheren. Dein „Innerer Großzügiger“ war am Werk, du fühlst dich gut. Der Andere fährt vor dir und bremst plötzlich ab, weil er links abbiegen will, obwohl das an dieser Stelle verboten ist. Nun schimpfst du auf ihn, dein innerer Kritiker ist am Werk. Innerhalb kürzester Zeit haben also zwei unterschiedliche Teilpersönlichkeiten das Ruder übernommen. Wer ist da eigentlich Herr im Haus?

Wir glauben, eine einheitliche Persönlichkeit zu sein. Tatsächlich wirken in uns die Kräfte vieler Personen: Der innere Kritiker, der Aggressor, der Ängstliche, das innere Kind und viele andere. Eine Vielzahl von Stimmen will gehört werden und manchmal bilden sie Koalitionen.

Voice-Dialogue ist eine Methode, unsere verschiedenen inneren Stimmen, auch Energien oder Teilpersönlichkeiten genannt, kennenzulernen. So können wir lernen, mit den widerstrebenden Kräften in uns umzugehen, ihnen zu lauschen oder sie in ihre Grenzen zu weisen und uns von falschen inneren Ratgebern zu verabschieden. Voice Dialogue akzeptiert alle vorhandenen Energien ohne sie in gut und böse zu unterscheiden und strebt nur Bewusstheit an- eine Aware Ego.

Es ist wichtig ist, keine dieser inneren Stimmen zu verurteilen oder zu verneinen, sondern sie alle zu Wort kommen zu lassen. Je mehr wir "das Böse" in uns, unsere ungeliebten Seiten bekämpfen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz. Verdrängte Energie agieren im Unterbewussten, werden dort größer und möchten sich verwirklichen. Ignorieren wir dies, kann dies zu manch seltsamen Erlebnissen mit unseren Mitmenschen führen.

Oft spielt sich in uns ein Konflikt zwischen entgegengesetzten Stimmen ab. Aufgrund unseres eigenen Anschauungssystems oder gesellschaftlicher Normen unterdrücken wir eine dieser Stimmen, obwohl sie uns bei genauem hinhören etwas wichtiges zu sagen hat. Oder wir unterdrücken innere Stimmen so stark, dass wir sie augenscheinlich gar nicht haben. So z.B. wenn wir der Welt gegenüber vollkommen offen sind und keine Stimme uns gelegentlich zur Vorsicht rät. Oder wenn wir den Weg der bedingungslosen Liebe gehen und dabei unsere Machtgelüste, Gewalt, Bosheit, Sexualität und Eifersucht verdrängen.

Unser Problem sind nur selten die vorhandenen Eigenschaften, sondern die, die wir nicht haben oder sehr stark unterdrücken. Sie hängen oft mit traumatischen Erlebnissen zusammen. Entweder, weil wir immer bestraft wurden, wenn wir sie hatten oder wir wurden ein Opfer der wilden Tiere im Dschungel des Lebens, also einer Person, die sie hatte. Somit haben wir sie seitdem unterdrückt. Wenn deine unschuldige und empfindsame Seite Opfer eines Raubtieres wurde, brauchst du nun ein eigenes Raubtier das dich beschützt, wenn du deine empfindsame Seite wieder zeigen willst. Du hast dann eine Wahlmöglichkeit mehr.

Wie kannst du solche unterdrückte Eigenschaften in dir lokalisieren? Stell dir eine Person vor, die du nicht ausstehen kannst. Welche Eigenschaft an ihm oder ihr ist so schlimm? Was dir fehlt, ist die POSITIVE Ausprägung dieser Eigenschaft, dies verursacht Probleme in deinem Leben. Sind dir z.B. laute und aufdringliche Leute BESONDERS unangenehm, fehlt dir vielleicht die Fähigkeit, deine Anliegen und Interessen aktiv und wirksam zu vertreten. Die Stimme des Geizhalses in dir kann dir den Rat geben, dein Geld nicht mit vollen Händen für sinnlose Dingen zum Fenster rauszuwerfen.
Die Entdeckung gegensätzlicher Energien führt oft erstaunlich schnell zu einer Transformation.

Welche typischen inneren Stimmen gibt es?

Der innere Beschützer, den wir in der frühen Kindheit entwickelt haben. Er benutzt andere Teilselbste um zu bekommen, was er braucht.
Der Antreiber, der uns rastlos zu weiteren Leistungen antreibt.
Der innere Kritiker, dem wir nichts recht machen können. Er kritisiert uns und andere und verbündet sich oft mit dem Antreiber.
Der Pleaser, der nett sein und gefallen will. Eine Eigenschaft, mit der wir als kleine Kinder gut "überleben" konnten.
Der Unabhängige, der niemanden braucht.
Der innere Macho, der will, das alles nach seinem Willen geht und der andere beherrschen will. Unterdrücken wir diese Energie, agiert sie vielleicht auf versteckte und manipulative Weise.
Der entspannte Faulpelz
Der "New-Age protector-controller", der glaubt, dass man alle lieben muss und der unsere Wut unterdrückt. Diese unterdrückte Wut vergiftet häufig unsere Beziehungen oder führt uns zu Begegnungen mit wütenden Menschen.
Der gute oder tyrannische Vater
Die nährende Mutter
Das folgsame Kind
Das rebellische Kind

Das Hauptanliegen von Voice Dialogue ist ein Aware Ego, das in Kontakt mit allen Stimmen ist, somit über alle Informationen verfügt und intelligente und reife Entscheidungen fällen kann. Du selbst bist dann "nur" noch ein "unbeteiligter" Beobachter, der aus der reinen Bewusstheit heraus den Dialog seiner inneren Stimmen beobachtet.

Wichtig ist, seine Energien wirklich zu spüren und nicht nur intellektuell zu analysieren. Man kann die Energie tanzen, malen oder schauspielern oder sie sich in bildhafter Imagination einfach nur vorstellen.

Eigene unterdrückte Energie ( natürlich auch unterdrückte "positive" Energien") begegnen einem oft in Form anderer Personen. So ist der spießige Vater mit einem ausgeflippten Sohn geschlagen, der Ordnungsfanatiker mit eine chaotischen Freundin, der nette, demokratische Lehrer mit boshaften Schülern. Durch die Unterdrückung einer eigenen Energie überträgt sich diese Energie auf eine andere Person, um sich zu verwirklichen. Keine Stimme kann straflos unterdrückt werden, nicht einmal die der Unterdrückung. Wir sollten daher nicht in anderen Personen Eigenschaften bekämpfen, die unsere Eigenen sind und die wir selbst unterdrücken. Wir können auch lernen, in einer Partnerschaftsbeziehung im anderen unsere eigenen, bisher nicht akzeptierten Eigenschaften anzunehmen.

Am Ende der Arbeit mit Voice Dialogue steht ein freieres und bewussteres Selbst. Unsere Wahlmöglichkeiten im Alltag erhöhen sich, unsere inneren Teilpersönlichkeiten stehen uns hilfreich zur Seite.

In der griechischen Götterwelt gab es so gegensätzliche Götter wie Liebe (Aphrodite) und Krieg (Ares, Mars). Die Menschen durften dem einen mehr und dem anderen weniger dienen. Aber wehe dem, der irgendeinen der Götter überhaupt nicht diente, sondern ihn verdammte - er wurde von ihm verfolgt und schließlich vernichtet.

Betrachten wir unsere inneren Energien als unsere inneren Götter.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Intention - Die Kraft der Absicht

Intention ist die stärkste Kraft, mit der wir unsere Realität erschaffen. Jeder Handlung, jedem Verhalten geht eine Intention voraus. Intention ist der Geist, der unseren Handlungen eine Richtung gibt. Intention ist in jedem Moment da – allerdings meist unbewusst. Und so sehen wir oft erst an den Ergebnissen unsere Handlung, was unsere Intention war.
Unser Unbewusstes steuert große Teile unseres Alltagslebens, ohne das wir dies wirklich merken. Wir bekommen immer, was wir intendieren, egal, was unser Verstand dazu sagt und ob es uns gefällt oder nicht. Solange wir diesem Mechanismus nicht verstehen, fühlen wir uns als Opfer der Ereignisse in unserem Leben.

Wie funktioniert Intention im Alltag? Unser Unterbewusstsein steuert viele Dinge in unserem Leben, wie z.B. die wichtigsten Körperfunktionen und auch viel andere Vorgänge. Stell dir vor, du sitzt im Auto am Steuer und fährst eine gewohnte Strecke. Gleichzeitig ist dein Unterbewusstsein, nennen wir es mal Johann, dabei. Du kannst über alles mögliche nachdenken, denn eigentlich fährt Johann. Er kennt die Strecke und sagt dir, wo du abbiegen musst, wann du in den nächsten Gang schalten musst usw. Nun stell dir vor, du fährst eine Strecke, die so ähnlich ist, wie die gewohnte tägliche und bist im Gedanken mal wieder ganz woanders unterwegs. Johann glaubt, du hättest die Intention, dein tägliches Ziel zu erreichen und führt dich dort hin. Und plötzlich wunderst du dich. Kennst du das?

So ist das häufig. Wenn wir nicht bewusst sind, interpretiert Johann unsere Intentionen. Grundlage dafür sind die Datenbanken der Vergangenheit. Johann schaut, was wir an häufigsten wie gemacht haben und handelt entsprechend. Das ist in vielen Alltagsdingen sehr praktisch und nützlich. Ohne diese Fähigkeit könnten wir keine komplexen Tätigkeiten wie z.B. einen Beruf erlernen.

Wenn du nun etwas Neues machen willst, musst du eine klare Intention senden. Du musst Johann sagen, was er tun soll und dabei sehr wachsam bleiben und ihn ggf. immer wieder korrigieren, bis er gelernt hat. Johann kann nicht selbstständig denken, d.h., Entscheidungen treffen und umsetzen. Er schaut immer, wie du in der Vergangenheit etwas gemacht hast. Schaltest DU nun ab, übernimmt er und macht wie gewohnt weiter. Darum ist es so schwer, alte Gewohnheiten aufzugeben.

Wenn du also etwas anders machen willst als bisher, brauchst du etwas, was dich immer wieder an deine neue Absicht erinnert und du musst sehr wach bleiben.

Das, was auf der praktischen Alltagsebene ganz nützlich ist, bringt uns dennoch immer wieder in Schwierigkeiten. Wie viele Menschen gibt es, die immer wieder die gleiche unangenehme Situation erleben, immer wieder in das gleiche Verhalten fallen, das sie doch eigentlich abstellen wollten.

Dazu müssen wir etwas weiter ausholen und uns mit einigen Grundfragen des Lebens beschäftigen. Bedenke bitte, dass das, was ich hier jetzt schreibe, nicht DIE WAHRHEIT ist, denn die gibt es nicht. Es ist nur eine von möglichen Wahrheiten, ein Modell.


Wenn du den kompletten Text haben möchtest, schicke mit bitte eine Mail.
info@heinzhilten.de
Du bekommst dann kostenlos ein zehnseitiges Skript zum Thema Intention.

Freitag, 24. April 2009

Ho'oponopono - eine hawaianische Technik der Vergebung

Wir sind mit der Welt „da draußen“ verbunden, sind eins mit ihr. Was „da draußen“ geschieht, ist ein Spiegel unseres Inneren. Das Prinzip der Resonanz. Nehmen wir mal an, du beobachtest, wie jemand einem anderen etwa antut, was dessen Lebensfreude nicht gerade steigert oder Du bist selbst betroffen. Nun kannst Du auf dieses Spiel einsteigen - beschuldigen und anklagen oder die Situation ignorieren. Du kannst die Situation aber auch heilen - wenn Du möchtest.

Der hawaiianische Begriff Ho’oponopono bedeutet „etwas richtig stellen“ und es geht darum, in unserem Inneren etwas richtig zu stellen, was im außen geschieht. Du kannst viele kleine Alltagsprobleme mit dieser Methode richtig stellen. Durch den so entstehenden inneren Frieden öffnest dich mehr und mehr dem Fluss des Lebens. Wunder können geschehen.

Die Methode basiert auf der Geschichte des hawaiianischen Therapeuten Dr. Ihaleakala Hew Len, der eine ganze Krankenstation mit geisteskranken kriminellen Patienten geheilt hatte. Das geschah, ohne dass er je einen von ihnen gesehen hat. Der Psychologe hatte die Patientenakten der Insassen studiert und dabei jeweils in sein Inneres geschaut, um so zu ermitteln, wie ER die Krankheit des Betreffenden hervorgebracht hatte. Nachdem er sich selbst "gebessert" hatte, besserte sich der Zustand des Patienten. Dr. Len hat sich wochenlang immer wieder gefragt „Womit habe ich das erschaffen?“ Und sobald er etwas in sich fand, sagte er zu sich selbst: „Es tut mir leid“, „Ich verzeihe mir“ und „Ich liebe mich.“

Das Ganze klingt ziemlich unglaublich, doch diesen Dr. Len gibt es tatsächlich und er kommt mittlerweile auch zu Seminaren nach Deutschland.

Dr Len hat einen hawaiianisch-schamanischen Heilungsprozess ausgeführt, der unter dem Namen Ho'oponopono bekannt ist.

Die volle
Verantwortung übernehmen heißt für uns, dass wir für das verantwortlich sind, was wir denken und tun. Wir sind für das verantwortlich, was wir tun, und nicht für das, was andere tun. Doch das stimmt so nicht.
Die Methode führt uns tatsächlich zu einem tieferen Verständnis dafür, wie man vollständig Verantwortung übernimmt. Alles ist miteinander verbunden, wir sind eingebunden in ein Netzwerk von Energien.

Wir dürfen Verantwortung nicht mit Schuld verwechseln. Wir sind nicht schuldig an dem, was in der Welt geschieht. Doch wir haben die Wahlmöglichkeit, etwas zu verändern. Oft versuchen wir, diese Veränderung im Außen zu erreichen, meistens mit wenig Erfolg. Wir können nun anerkennen, dass nichts in unserer Welt existieren kann, ohne dass es auch in uns selbst existiert. Ho’oponopono gibt uns einen Schlüssel zur Freiheit. Wir können uns mit dem Ganzen verbinden und uns davon unterstützen lassen.


Heile dich selbst und du heilst die Welt

Es geht nicht darum, die Beweggründe der Person herauszufinden, die etwas tut, sondern nur darum, einen oder mehrere Gründe in sich selbst. Wenn ich so handeln würde, warum würde ich es tun? Und sage bitte nicht, DU würdest so etwas niemals tun...
So verwandelt sich Ärger und wird zu Mitgefühl und Verständnis. Wir können eine Handlung auf der Gefühlsebene nachvollziehen. Im Zustand der Ablehnung scheiden wir uns vom Mitgefühl ab. Wir fühlen den anderen und uns und fühlen uns sofort besser. Mitgefühl führt uns zurück in die Einheit und Einheit kann eine Situation heilen.

Die erste Frage ist also, wenn ich so handeln würde, warum würde ich dies tun? Die zweite Frage ist auf den ersten Blick noch heikler: Womit habe ich, wenn ich diese Person wäre, diese Situation geschaffen und warum? Finden wir etwas sagen wir wieder zu uns: „Es tut mir leid“ und „Ich liebe mich“.

Wie kann es sein, dass sich jemand eine unangenehme Situation schafft? Menschen um uns herum spüren unbewusst immer unsere Energie und haben die Tendenz, unsere eigenen unterdrückten und ungelebten Gefühle für uns zu leben und auszudrücken. Wir suchen einen Spiegel, der uns an das ungelebte Gefühl erinnert. Achte mal darauf, wenn DU eine andere Person, meist sogar eine dir nahe stehende, auf eine Weise behandelst, über die du dich später wunderst. Dann warst du ein Spiegel für diese Situation. Aber gehe jetzt bitte nicht hin und behandle andere Menschen auf unschöne Weise weil du meinst, die bräuchten das jetzt gerade. Du kannst eine solche Situation auch in Liebe umkehren.


Die hawaiianische Sichtweise

Alles, was ich ablehne, integriert sich in mein Bewusstsein. Auch der „blöde Nachbar“. In Ärger und Ablehnung verschwende ich meine Energie – die ich eigentlich brauche, um eine Situation zu klären. Ich kann nun in mein Herz gehen und Liebe an den Teil in mir senden, der das Problem erschaffen hat. Mein Gefühl verbessert sich sofort und schließlich auch die Umstände.

Das Schöne an der Methode ist, dass du damit unbewusste und „schlafende“ Menschen wecken kannst, ohne sie von irgendetwas überzeugen zu müssen, was sie dir eh nicht glauben würden. Gleichzeitig führst du damit Verbesserungen in deinem Leben herbei. Du übernimmst damit die volle Verantwortung für dich und dein Leben. Du bist kein Opfer mehr, sondern Erschaffer. Sicher, es mag bequemer sein, sich als Opfer von Umständen zu fühlen. Dies erspart eigene Aktivität und man kann immer irgendwen anklagen und verurteilen. Doch sei ehrlich – fühlst du dich damit glücklich. Vielleicht mag dein Verstand mit sich zufrieden sein, weil er „Recht“ hat. Doch wie geht es dem Rest von dir? Deiner Seele und deinem Körper?

Für die alten Hawaiiander beginnen alle Probleme mit dem Denken. Unbewusste Erinnerungen an längst vergangene schmerzhafte Erlebnisse, meist schon in der Kindheit, beeinflussen unser Denken. Nicht gelöste Themen, die der Verstand nicht lösen kann. Er kann nur die damit verbundenen Probleme managen – bis zum nächsten Ereignis.

Ich muss nicht wissen, welcher Teil in mir da wirkt. Ich kann mich mit der Liebe verbinden und sie bitten, diesen Teil zu heilen. Die negative Energie, die mich unbewusst an die alte schmerzhafte Erinnerung gebunden hat, wird befreit. Der Verstand hat dann nur noch die Aufgabe, ein Bewusstsein von Liebe und Vergebung zu wählen. Der Rest ist nicht sein Job. Die Hawaiianer sehen es so: Wir sind alle eins und spielen nur verschiedene Rollen, um uns gegenseitig viele Erfahrungen zu ermöglichen. Heilen wir eine Erfahrung, wird sie nicht mehr auftreten. Überlege jetzt mal, wer in deinem Leben welche Rollen spielt und welche du spielst.


Die subatomare Sichtweise

Die Autorin Bärbel Mohr berichtet in ihrem Buch „Cosmic Ordering“ von einem Interview mit Dr. Hartmut Müller, Leiter des Instituts für Raum-Energie-Forschung in München. Etwas verkürzt stellt sich die subatomare Sichtweise so dar:
Jede Information ist eine Schwingung mit einer bestimmten Frequenz. Alle Informationen sind auf subatomarer Ebene in den kleinsten Teilchen abgespeichert, in den Protonen und Elektronen. Und auf kleinster Ebene bestehen ja auch wir aus solchen Teilchen. Wenn du nun sagst „Ich muss darüber nachdenken“ werden Prozesse auf subatomarer Ebene in Gang gesetzt. Der Geist hat Zugriff auf die Informationen aller Teilchen auf subatomarer Ebene. Und er greift ständig darauf zu. Auf subatomarer Ebene sind wir ständig verbunden. Somit können wir alle Informationen überall abrufen – wenn wir es denn können.

Diese Riesenmenge an Informationen könnte unser Verstand nicht verarbeiten. Also selektieren wir – was ist für uns wichtig und was nicht. Wir lenken unsere Aufmerksamkeit, meistens leider unbewusst. Dies erklärt, warum Menschen in veränderten Bewusstseinzuständen Zugriff auf Informationen haben, die sie beim besten willen nicht „wissen“ können. Und derartige Versuche gab es schon reichlich.

Das heißt: Sobald ich eine klare Absicht formuliere, sucht jedes Proton und jedes Elektron in jedem meiner Atome nach der bestmöglich dazu passenden Information. Wenn das, was du suchst, irgendwo existiert (dein Traumjob, der ideale Partner...) wird dein inneres Navigationssystem versuche, dich dorthin zu navigieren.

Hast du es schon mal erlebt, dass du auf für dich rational nicht nachvollziehbare Weise irgendwo hingelotst wurdest und dort dann wundersame Dinge geschahen? C.G. Jung nennt so etwas Synchronizität.

Wenn es doch nicht klappt, liegt das daran, dass du deinem inneren Navigationssystem nicht folgst. Du traust ihm nicht, hörst lieber auf den begrenzten Verstand oder bist nicht entspannt im Fluss der Lebenskraft. Vielleicht stehst du unter Stress (Leistungsdruck, Mangelgefühle, Ablehnung der gegenwärtigen Situation). Und, so Dr. Hartmut Müller weiter, unter Stress verlassen die Teilchen ihren Eigenschwingungsmodus und koppeln sich von der Gesamtinformation ab. Wir sind buchstäblich „getrennt“ und fühlen uns auch so. Nun ist Schluss mit subatomarer Navigation.

Das heißt also, wir sind dafür verantwortlich, dass wir uns mit uns selbst wohl fühlen und mit der Realität, so wie sie ist, im Einklang sind. Nur so kann unserer inneres Navigationssystem auf die nötigen Informationen zugreifen und uns lotsen.

Dieses Annehmen, das Versöhnen mit allem, was ist, geschieht durch die in Ho’oponopono entwickelten Methoden.


Die psychologische Sichtweise

Worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, dem gebe ich Energie Oft richten wir unsere Aufmerksamkeit unbewusst auf alte ungelöste schmerzhafte Erinnerungen. Die Psychologie nennt dies Verdrängung. Etwas in mir konnte eine schmerzhafte Situation nicht bewältigen und will mich schützen, indem die Erfahrung unterhalb der Bewusstseinsschwelle gehalten wird. Durch die Unterdrückung gebe ich diesem Teil in mir Energie. Dies kostet mich Kraft. Viele kleine Energiefresser saugen an meiner Lebenskraft und schaffen Probleme, die ich gar nicht sehen kann. So passiert es, dass jemand sich in einer an sich harmlosen Situation unbewusst der verdrängten schmerzhaften Gefühle erinnert und auf unangemessene Weise reagiert. Und schon haben wir den Salat! Der verdrängte Teil sieht nicht die Wirklichkeit, sondern handelt aus einem „Notfallprogramm“ heraus.

Wie kommt das? Die Seele will heil werden, sie will energetisch frei von den alten Gefühlen werden und sucht entsprechende Situationen. Dies erklärt, warum Menschen sich schmerzhafte Situation „selbst erschaffen“. Dabei will uns ein „Problem“ nur auf eine Verletzung hinweisen, die geheilt werden möchte.

Die gute Nachricht ist: Ho’oponopono kann diese Energie und Probleme heilen.


Die Techniken


1. Die doppelte Verständnistechnik

Du ärgerst dich über jmd. / eine Situation? Oder über eine eigene Verhaltensweise?

A. Frage dich: Wenn ich so handeln würde, wie diese Person, warum würde ich dies tun?
Wenn ich so handeln würde, welches Gefühl hätte ich dabei?

B. Aus Sicht der von der Handlung betroffenen Person:
Womit/Warum könnte ich diese Situation erschaffen haben?
Welche Gefühle erzeugen diese Situation in mir?

Wenn du etwas gefunden hast, sage dir:

Es tut mir leid.
Ich verzeihe mir/dir
Ich liebe mich/dich

Du kannst an dieser Stelle aufhören oder noch die nächsten Schritte machen:
Ich danke dafür
Ich übergebe die Situation an Gott (das Universum...)
Ich bin bereit, ein Wunder zu bezeugen
Beende die Übung in tiefer Dankbarkeit


2. Die Herzenstechnik

Was immer dein Problem ist, nimm es ins Herz und sage:

Was immer das Problem hervorgerufen hat, es muss mit mir zu tun haben.
Der Teil in mir, der das Problem verursacht, den liebe ich, den nehme ich ganz an.
Diesem Teil vergebe ich, diesem Teil danke ich.
Diesem Teil gebe ich all meine Liebe.

Wiederhole diesen Vorgang so lange, bis sich das Problem in Luft auflöst. Bleibe dabei ganz in einem Gefühl von Liebe. Taucht während der Übung ein Gefühl auf, gib auch diesem deine Liebe.

Die Meisterfrage ist: Wie komme ich in das Gefühl von Liebe? Wie komme ich ins Herz? Denn nur so wirkt diese Technik.

Was ist für dich stimmig? Du kannst singen, tanzen, dir einfach ein Licht im Herzen vorstellen, die Hand aufs Herz legen, dich an eine wunderbare Situation erinnern... Das mindeste, was du machen kannst, ist ein Gefühl von Annehmen zu gehen, eine Situation so wie sie ist, voll akzeptieren. Dann wird sich Liebe einstellen, In der Abwehr funktioniert das nicht.

3. Die Liebestechnik

Sie kombiniert Herz und Verstand. Wenn du auf jemanden schon die doppelte Verständnistechnik und die Herzenstechnik angewendet hast, aber immer noch in Ärger an ihn denkst, versuche die Liebestechnik.

Denke an das Verhalten, das dich ärgert und frage dich, ob es ein Ausdruck von Liebe sein könnte. Was liebt derjenige, der sich so verhält? Was verteidigt er möglicherweise mit seinem Verhalten? Bleibe auch bei dieser Übung bei DIR.

Oder ist es ein versteckter Ruf nach Liebe? Kannst du diesen beantworten? Z.B. einfach die Person um einen Rat fragen.


Vielfältige Anwendungsbereiche

Schattenseiten, die wir ablehnen, treten uns immer als Schicksal entgegen. So werden wir viele Gelegenheiten finden, Ho’oponopono anzwenden. Wichtig ist, es mit Leichtigkeit zu betreiben. Es geht nicht darum, tief in alten Wunden zu wühlen.

Die meisten Anwendungsmöglichkeiten gibt es im zwischenmenschlichen Bereich. Hier funktioniert die Projektion unserer seelischen Anteile am besten. Fange möglichst mit den kleinen Alltagsproblemen an, so gewöhnst du dich an die Techniken. Natürlich kannst du auch Probleme heilen, die aus deinen eigenen Verhaltensweisen herrühren. Manchmal ist es am Anfang leicher, mit beobachteten Problemen anzufangen.

Frage dich:

Mit wem hast du wiederholten Ärger?
Mit wem fühlst du dich nicht ganz wohl?
Bei wem hast du das Gefühl, er/sie nutzt dich aus?
Wer übergeht dich?
Wer redet schlecht über dich?

Welche deiner Beziehungen kannst du noch verbessern.

Warum hast du es erschaffen, dass jemand in deinem Umfeld das Problem xy hat?


Du hast etwas „beim Universum bestellt“ und es wurde noch nicht geliefert? Nehme den Teil, der deine Wunscherfüllung verhindert, ins Herz und liebe ihn. Du musst dafür nicht wissen, welcher es ist.

Links zum Thema:

http://de.spiritualwiki.org/Wiki/Hooponopono
http://www.baerbelmohr.de/content/view/119/23/